Nur rund zwölf Prozent der Ausgaben für Lebensmittel
Die Statistik Austria erhebt in regelmäßigen Abständen die Ausgaben für Konsum. Die durchschnittlichen monatlichen Haushaltsausgaben 2025 der privaten Haushalte in Österreich betrugen 4.170 Euro. Bei der letzten Konsumerhebung 2019/20 lagen die Ausgaben bei 3.250 Euro, womit die Ausgaben nominell um 28,3 Prozent gestiegen sind. Ein durchschnittlicher Haushalt in Österreich besteht aus 2,17 Menschen. Für einen direkten Vergleich unterschiedlicher Haushalte (Größe, Zusammensatzung), wird auf die Äquivalenzausgaben, das sind gewichtete Pro-Kopf-Ausgaben, zurückgegriffen. 2025 lagen die Äquivalenzausgaben bei 2.760 Euro, verglichen mit 2029/20 stiegen sie von 2.160 um 28,1 Prozent.
Lebensmittel sind nicht die Preistreiber
Die Konsumausgaben werden alle fünf Jahre erhoben und in unterschiedliche Bereiche aufgeschlüsselt. Mit 26,4 Prozent ist Wohnen und Energie der größte Posten. Danach folgt der Verkehr mit 13,6 Prozent vor den Lebensmitteln mit 11,6 Prozent. Gleich danach folgen Ausgaben für Freizeit, Sport und Kultur in der Höhe von 11,4 Prozent. Für Gesundheit werden 4,8 Prozent ausgegeben, für Bildung knapp über 1 Prozent.
Zurück zu den Lebensmitteln: Bei der letzten Konsumerhebung lag der Wert noch bei 12,1 Prozent, aktuell liegt er bei 11,6 Prozent. Im Vergleich zu anderen Bereichen sind die Ausgaben für Lebensmittel prozentuell stetig gesunken. Damit kann auch das Argument von Lebensmitteln als Preistreiber widerlegt werden. Auch im EU-Vergleich liegt Österreich bei den Ausgaben für Nahrungsmittel auf den hinteren Plätzen – nur Irland und Luxemburg liegen noch dahinter.
Bewusst einkaufen
Welche Produkte im Einkaufswagen landen, hat auch Einfluss darauf, wie Lebensmittel künftig produziert werden. „Jeder Griff ins Regal ist ein Produktionsauftrag“ – diese Aussage hat nach wie vor Gültigkeit und sollte sich bei jedem Einkauf bewusst gemacht werden. Neben den Kosten spielt auch die gesundheitliche Bedeutung der Ernährung eine große Rolle: Schließlich werden pro Kopf in Österreich jährlich rund eineinhalb Tonnen Lebensmittel und Getränke konsumiert. Zahlreiche Zivilisationskrankheiten sind eng mit der Ernährung der Bevölkerung verknüpft.
Daueraktionen als Problem
Stellt man die durchschnittlichen Ausgaben der Privathaushalte innerhalb der EU gegenüber, zeigt sich, dass die Österreicher:innen einen auffallend geringen Anteil für Lebensmittel ausgeben. Eine pauschale Verteuerung der Lebensmittel ist nicht zwingend nötig, vielmehr bräuchte es eine fairere Verteilung der Einnahmen.
Welches Lebensmittel letztendlich gekauft wird, wird nicht nur von persönlichen Vorlieben und Ernährungswissen, sondern auch von ständigen Aktionen beeinflusst. Diese „Aktionitis“ wurde immer wieder kritisiert, denn sie fördert durch den Kauf größerer Mengen – gerade bei verderblichen Produkten – zum einen Lebensmittelverschwendung. Zum anderen führen Dauerrabatte bei Grundnahrungsmitteln dazu, dass der wahre Wert der Lebensmittel vergessen geht. Dadurch steigt schlussendlich der wirtschaftliche Druck auf die heimischen Landwir:tinnen. Denn: Nur vier Prozent der Ausgaben für Nahrungsmittel kommen im Schnitt am Hof an. Das ist auf Dauer zu wenig, um heimische Qualität, kurze Wege und hohe Standards auch in Zukunft anbieten zu können.