Feuerbrand: Früh erkennen und richtig reagieren
Wie Feuerbrand übertragen wird
Verursacht wird Feuerbrand durch das Bakterium Erwinia amylovora, das in befallenen Trieben und Krebsstellen am Baum überdauert. Im Frühjahr beginnt sich der Erreger bei steigenden Temperaturen stark zu vermehren. Dabei tritt häufig ein Bakterienschleim aus infizierten Pflanzenteilen aus. Dieser Schleim spielt eine zentrale Rolle bei der weiteren Verbreitung:
Verschiedenste Insekten wie Bienen, Hummeln, Fliegen oder Ameisen,.. werden vom süßlichen Schleim angezogen
Verschiedenste Insekten wie Bienen, Hummeln, Fliegen oder Ameisen,.. werden vom süßlichen Schleim angezogen
- Die Bakterien haften am Körper der Insekten und werden mechanisch weiterverbreitet
- Gelangen diese auf Blüten anfälliger Obstpflanzen, können Blütenbesucher sie rasch auf viele weitere Blüten übertragen
- Dann genügen bereits kurze Regenereignisse oder starke Taunässe, damit die Bakterien weiter ins Pflanzengewebe eindringen
- Auch Verletzungen, etwa durch Hagel, stellen besonders im Sommer wichtige Eintrittspforten dar
Die Zeit der Blüte ist entscheidend
Feuerbrand kann in der Regel nicht direkt durch unverletztes, gesundes Pflanzengewebe eindringen, sondern benötigt natürliche Öffnungen oder Verletzungen. Die Blütezeit ist deshalb besonders kritisch, da das Bakterium über die Nektarien und die Blütennarbe der offenen Blüte leicht in die Pflanze gelangt. Von dort aus breitet es sich über die Leitungsbahnen im Pflanzengewebe aus. Besonders problematisch ist die Blütezeit deshalb, da die Bäume sehr viele potenzielle Infektionsstellen haben.
Unterschiedliche Anfälligkeit der Wirtspflanzen
Nicht alle der über 200 Wirtspflanzen reagieren gleich empfindlich auf Feuerbrand. Besonders anfällig sind:
Steinobst (Kirsche, Pfirsich, Zwetschke, Marille usw.) zählt nicht zum Wirtspflanzenkreis.
- Birnen (fast alle Sorten)
- Quitten
- Apfelsorten wie "Cox Orange", "Elstar", "Gala" oder "Idared", "Jonathan", "Klarapfel"
- verschiedene Ziergehölze wie Feuerdorn, Weißdorn oder Zierquitte
Steinobst (Kirsche, Pfirsich, Zwetschke, Marille usw.) zählt nicht zum Wirtspflanzenkreis.
Befall erkennen - und richtig reagieren
Typische Symptome sind:
- welkende, braun bis schwarz verfärbte Blüten und Triebe
- nach unten gekrümmte Triebspitzen
- ein "verbranntes" Erscheinungsbild, wobei eingetrocknete Blätter und Blüten den gesamten Sommer am Baum haften bleiben
- Befallene Triebe mindestens 30 - 40 cm ins gesunde Holz zurückschneiden
- Schnitt nur bei trockenem Wetter und stabiler Schönwetterperiode durchführen (mindestens 2 - 3 Tage kein Niederschlag oder starker Tau)
- Werkzeuge nach jedem Baum, besser nach jedem Schnitt, gründlich desinfizieren
- Schnittgut sofort entfernen und fachgerecht entsorgen (z.B. verbrennen oder trocken lagern)
Fazit
Während der Blüte treffen beim Feuerbrand offene Blüten, süßlicher Bakterienschleim und eine hohe Insektenaktivität zusammen - eine Kombination, die das Infektionsrisiko stark erhöht. Gartenbesitzer sollten ab etwa zwei Wochen nach der Blüte ihre anfälligen Gehölze regelmäßig kontrollieren. Früh erkannt und fachgerecht behandelt, lässt sich Feuerbrand oft eindämmen, ohne dass ganze Bäume verloren gehen.