Wenn das Wasser fehlt
Die Trockenheit hat weite Teile Europas seit Wochen bzw. Monaten fest im Griff. In Österreich sind besonders die östlichen Bundesländer und Vorarl-
berg stark betroffen, aber auch im übrigen Land – so auch in Tirol – kämpfen Landwirt:innen mit Ernteausfällen und Wassermangel.
Wenig Regen, hohe Temperaturen
Laut GeoSphere Austria fiel österreichweit heuer im Vergleich zum Zeitraum von 1961 bis 1990 um 33 Prozent weniger Niederschlag, in Tirol waren es je nach Region 5 bis 33 Prozent.
Aber nicht nur der Mangel an Regen macht den landwirtschaftlichen Kulturen zu schaffen, auch die hohen Temperaturen und die direkte Sonneneinstrahlung tragen wesentlich zu den Schäden auf den Flächen bei.
Über das Jahr gesehen war die Durchschnittstemperatur in Österreich um 3,0 Grad höher als im erwähnten Vergleichszeitraum, der Vergleich der Sommermonate zeigt sogar einen Unterschied von 4,3 Grad.
In Tirol wurden ähnliche Temperaturunterschiede im Jahresmittel erreicht, die Sommertemperaturen liegen leicht unter dem österreichweiten Durchschnittswert.
Aufgrund der hohen Temperaturen kommt es zu einer vermehrten Verdunstung, welche den Wassermangel durch ausbleibenden Niederschlag zusätzlich verschärft.
Historische Schadenssummen
In Kombination führten diese Faktoren dazu, dass in ganz Österreich durch die Dürre historische Schäden in der Landwirtschaft entstanden.
Bei einem Pressegespräch der Hagelversicherung, welches vergangene Woche stattfand, wurde bekanntgegeben, dass sich österreichweit die Summe der Dürreschäden auf eine Milliarde Euro beläuft, wovon 45 Millionen auf Tirol entfallen. Hinzu kommen noch 60 Millionen Euro für Frostschäden – davon drei Millionen in Tirol – und 20 Millionen Euro für Schäden durch Hagel, Sturm oder Überschwemmungen – davon eine Million in Tirol.
Da die Erntesaison noch nicht abgeschlossen ist, handelt es sich hierbei erst um vorläufige Zahlen. Wie hoch die endgültige Schadenssumme ausfallen wird, hängt vom Wetter der nächsten Wochen ab.
Folgen für die Landwirtschaft
Betroffen von den Dürreschäden sind sämtliche Kulturen, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß.
Auch in Almgebieten sind die Auswirkungen spürbar, vereinzelt mussten die Tiere aufgrund von Futter- oder Wassermangel verfrüht abgetrieben werden. Diese Umstände führten dazu, dass vielerorts weniger Futter für die Wintermonate konserviert werden konnte, als in anderen Jahren, weshalb teilweise der Viehbestand reduziert oder Futter zugekauft werden muss.
Zusätzliche Unterstützung
Für dürreversicherte Betriebe versprach die Hagelversicherung kürzlich zeitnahe Auszahlungen.
Weitere Hilfen für sämtliche betroffene Betriebe wurden von Landwirtschaftsminister Totschnig zwar zugesagt – wann, aus welchen Finanztöpfen und in welcher Höhe diese Unterstützungsgelder kommen sollen, wird allerdings noch verhandelt.
In Tirol laufen außerdem Gespräche zwischen der Landwirtschaftskammer und dem Land Tirol, um Erleichterungen beim Futtermittelzukauf für Bio-Betriebe zu erwirken. Sobald offizielle Ergebnisse vorliegen, werden diese über die Informationskanäle der LK geteilt.