Fakten statt Vorurteile
Pflanzenschutz ist ein Begriff, der bei vielen negativ besetzt ist – oft zu Unrecht, wie Forschungsergebnisse bestätigten.
Fakt ist, dass sämtliche Maßnahmen zum Pflanzenschutz unsere Nutzpflanzen und damit die Ernte, die wir Menschen brauchen, vor Krankheiten, Schädlingen und konkurrierenden Unkräutern schützen sollen. Fakt ist auch, dass chemische Pflanzenschutzmittel einen umfangreichen Zulassungsprozess durchlaufen mussten und in Österreich nur unter strengsten Auflagen bei entsprechend überprüfbarer Dokumentation verwendet werden dürfen. Ein zielgerichteter Einsatz erfolgt erst, wenn mechanische und biologische Maßnahmen keinen Erfolg brachten, denn der Schutz von Pflanzen, Boden, Tieren und Umwelt hat für unsere Bäuerinnen und Bauern oberste Priorität. Aber leider ist auch Fakt, dass die Landwirtschaft dennoch oft pauschal als Sündenbock herangezogen wird, wenn irgendwo Probleme auftauchen. Und das, obwohl mittlerweile weitaus relevantere Quellen für Einträge in die Umwelt identifiziert werden konnten. Immer strengere Auflagen im Pflanzenschutz allein sind also nicht die Lösung. Vielmehr braucht es ein umfassenderes Problembewusstsein, denn die Auswirkungen von Alltags-
chemie in Wasch- bzw. Reinigungsmitteln oder Rückstände von Medikamenten finden in Diskussionen noch zu wenig Beachtung.