Neues Stromtarifmodell in Tirol
Zum Tarif "comfort privat", der unter anderem von vielen Landwirtschaftsbetrieben mit dem Rabatt in Anspruch genommen wird, gesellt sich seit April ein weiteres Produkt mit einer interessanten Preisgestaltung. Neu im Portfolio der TIWAG ist der sogenannte "dual fix"-Tarif, der sowohl für Privatpersonen als auch für Geschäftskunden angeboten wird. Einigermaßen überraschend wird hier ein Produkt eröffnet, in dem der Arbeitspreis für den Strom von 1. April bis zum 30. September in der Zeit von 10 bis 16 Uhr um 50% reduziert wird. Das Angebot lässt vermutlich den Schluss zu, dass in dieser Zeit ein Überangebot an Strom auf dem Markt vorliegt, und Konsument:innen animiert werden sollen, dieses Stromüberangebot zu den genannten Zeiten verstärkt zu nutzen, um damit das Stromnetz zu entlasten.
Preisgestaltung im Detail
Um den Gesamtstrompreis zu verstehen und die Bedeutung dieser Reduktion einzuordnen, ist es notwendig, das Zustandekommen des Gesamtstrompreises zu erklären. Die Stromkosten eines Haushalts oder eines kleinen bis mittleren pauschalierten Landwirtschaftsbetriebes errechnen sich vereinfacht (ohne Berücksichtigung der Grundgebühren!) aus den Kosten für die "Ware" Strom in Höhe von 9,8 Cent/kWh, aus den Netzkosten (Ausbau Stromleitungen, Trafos u.a.) in Höhe von 7,104 Cent/kWh und je nach Kundentyp verschiedenen Abgaben in Höhe von 0,7 bis 1,5 Cent/kWh. Zur Errechnung des Gesamtstrompreises kommt zu dieser Summe noch die Umsatzsteuer von 20% hinzu - ergibt ca. 18,5 Cent/kWh netto bzw. ca. 22,2 Cent/kWh brutto.
Um die angekündigte Reduktion des "dual fix"-Tarifs für die Mittagsstunden in Anspruch nehmen zu können, benötigt der Energieversorger eine detaillierte Auflösung des Stromverbrauchs. Derzeit werden bei den meisten Stromzählern einmal am Tag die Verbrauchswerte übermittelt. Für die Inanspruchnahme des reduzierten Preises muss einer Viertelstundenwertübermittlung zugestimmt werden. Diese Zustimmung kann im Kundenportal des Netzbetreibers TiNetzAG getätigt werden. Nach Erfüllung dieser Voraussetzung wird in dem beschriebenen Tarifmodell dual fix privat der Preis für Strom von April bis September für die Zeit von 10 Uhr bis 16 Uhr von 9,8 Cent/kWh auf 4,9 Cent/kWh netto gesenkt. Aufgrund einer Bundesvorgabe wird zudem im gleichen Zeitraum auch ein Teil der Netzkosten um 20% reduziert - von 7,104 Cent netto auf 5,743 Cent/kWh netto. Daraus entsteht für diese Stunden ein Gesamtstrompreis pro Kilowattstunde von ca. 12,1 bis 12,5 Cent netto bzw. 14,5 bis 15 Cent brutto.
Um die angekündigte Reduktion des "dual fix"-Tarifs für die Mittagsstunden in Anspruch nehmen zu können, benötigt der Energieversorger eine detaillierte Auflösung des Stromverbrauchs. Derzeit werden bei den meisten Stromzählern einmal am Tag die Verbrauchswerte übermittelt. Für die Inanspruchnahme des reduzierten Preises muss einer Viertelstundenwertübermittlung zugestimmt werden. Diese Zustimmung kann im Kundenportal des Netzbetreibers TiNetzAG getätigt werden. Nach Erfüllung dieser Voraussetzung wird in dem beschriebenen Tarifmodell dual fix privat der Preis für Strom von April bis September für die Zeit von 10 Uhr bis 16 Uhr von 9,8 Cent/kWh auf 4,9 Cent/kWh netto gesenkt. Aufgrund einer Bundesvorgabe wird zudem im gleichen Zeitraum auch ein Teil der Netzkosten um 20% reduziert - von 7,104 Cent netto auf 5,743 Cent/kWh netto. Daraus entsteht für diese Stunden ein Gesamtstrompreis pro Kilowattstunde von ca. 12,1 bis 12,5 Cent netto bzw. 14,5 bis 15 Cent brutto.
Fazit
Betriebe, bei denen der größte Anteil des Stromverbrauches in den Morgen- und Abendstunden anfällt und die kaum Eingriffsmöglichkeiten in den Arbeitsablauf haben sowie jene Betriebe, die in den Mittagsstunden den benötigten Strom mit einer Photovoltaikanlage selbst produzieren, werden nur zu einem kleinen Teil von diesem Tarifmodell profitieren. Interessant ist dieses Modell vor allem für jene, die es schaffen, einen großen Anteil des Strombedarfs in das angesprochene Zeitfenster zu legen. Das erfordert eine bewusste Änderung der Verbrauchsgewohnheiten bzw. beim Landwirtschaftsbetrieb eine Steuerung der Arbeitsabläufe. Damit besteht Potential, eine spürbare Stromkostenreduktion zu erreichen.