Mit Zusammenarbeit die Stabilität der Lebens- mittelversorgung stärken
Der Lebensmittelkongress, veranstaltet vom Landesgremium Lebensmittelhandel der Wirtschaftskammer Tirol und der Agrarmarketing Tirol, in Kooperation mit der Landwirtschaftskammer Tirol, stand heuer unter dem Motto „Gemeinsam Tirols Lebensmittelversorgung gestalten: Zusammenarbeit und Planbarkeit in Zeiten des Wandels“. Vertreter:innen aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel, Gastronomie und Politik diskutierten aktuelle Entwicklungen und Lösungsansätze.
Kooperation als Strategie im Wandel
Die globalen Krisen der letzten Jahre – von der Covid-19-Pandemie über die Kriege in der Ukraine und dem Iran bis hin zu weiteren geopolitischen und handelspolitischen Entwicklungen – haben langfristige Auswirkungen auf Kosten und Verfügbarkeiten in der Lebensmittelwirtschaft. Franz Sinabell, Senior Economist am Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO, legte in seinem Vortrag dar, wie sich die Situation an den internationalen Märkten verändert hat und welche Möglichkeiten es gibt, diesen Herausforderungen zu begegnen. „Der Lebensmittelmarkt ist zunehmend von internationalen Entwicklungen, Kostendruck und anhaltender Volatilität geprägt. Kooperation ist unter diesen Bedingungen eine wesentliche Chance, um die Widerstandsfähigkeit der Lebensmittelwirtschaft zu stärken“, erklärte Franz Sinabell. Dies zeigt sich etwa in Bereichen wie Qualitätssicherung, Produktentwicklung oder der Nutzung gemeinsamer Ressourcen, in denen es bereits zahlreiche Beispiele für eine funktionierende Zusammenarbeit gibt.
Wertschöpfung sichern
Gerade im internationalen Vergleich bewegen sich heimische Betriebe im Spannungsfeld zwischen hohen Qualitätsstandards, regulatorischen Anforderungen und steigenden Kosten. Eine zentrale Herausforderung bestehe darin, diese Qualität entlang der gesamten Wertschöpfungskette unter unsicheren Rahmenbedingungen in beständig steigende Wertschöpfung zu übersetzen.
„Unsere landwirtschaftlichen Betriebe stehen täglich vor der Herausforderung, die sich immer schneller ändernden Rahmenbedingungen sowie die steigenden Kosten unter einen Hut zu bringen. Damit das gelingt, braucht es eine gute Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette und vor allem faire, langfristige Partnerschaften für bessere Planbarkeit“, betonte Josef Hechenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Tirol.
Heimische Nachfrage als Wachstumsmotor
„Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten steigt die Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln weiter“, sagte Matthias Pöschl, Geschäftsführer der Agrarmarketing Tirol. „Das zeigt klar: Konsumentinnen und Konsumenten suchen gezielt nach Orientierung und Verlässlichkeit. Wer konsequent auf Herkunft, Qualität und Vertrauen setzt, trifft diese Bedürfnisse – und ein langfristiges Festhalten an diesen Werten zahlt sich nachhaltig aus.“
Sabine Kronberger, Journalistin und Speakerin, betonte die Be-
deutung der Zusammenarbeit in der Praxis, auch in Hinblick auf eine positive Zukunft: „Wir sind nicht in einer Krise, sondern in einer Transition. Einem Wandel, der für uns stetige Adaptierung bedeutet – und diese erneute Ausrichtung an den Gegebenheiten ist die größte Chance für Wachstum und Wirken.“