Genauer hinschauen
Landwirtschaft und ihre Kennzahlen – das bedeutet meist komplizierte Auswertungen und kein auf den ersten Blick schnell zu erfassendes Ergebnis. Das gilt auch für die Zahlen aus dem Grünen Bericht. Diese landwirtschaftliche Gesamtrechnung bildet Durchschnittswerte für ganz Österreich ab und kann die Situation einzelner Regionen nur eingeschränkt darstellen. Gerade aus Tiroler Sicht sind die Ergebnisse daher kritisch zu betrachten.
Die Berglandwirtschaft ist geprägt von kleinstrukturierten Familienbetrieben, höheren Produktionskosten und erschwerten Bewirtschaftungsbedingungen. Viele Höfe kämpfen aktuell mit hohen Kosten für Futter- und Betriebsmittel, Tiergesundheit, Gebäudeerhaltung oder Investitionen. Der wirtschaftliche Druck bleibt enorm und so wie die Zahlen nicht die Realität jedes einzelnen Hofes widerspiegeln, dürfen auch politische Entscheidungen nicht allein auf Durchschnittswerten beruhen. Wer die Zukunft der Landwirtschaft gestalten will, muss die tatsächlichen Bedingungen vor Ort kennen und regionale Unterschiede berücksichtigen. Gerade für Tirols Landwirtschaft braucht es Maßnahmen, die sich an den realen Herausforderungen der bäuerlichen Familien orientieren und jene Planungssicherheit bieten, die für Investitionen und eine nachhaltige Weiterentwicklung unerlässlich ist.