Gemeinsam für mehr Sicherheit auf Tirols Almen
Die heurige Almsaison hat leider mit einem tragischen Unglück begonnen. Bereits Mitte Mai wurden eine Frau in Osttirol durch eine Kuhattacke getötet und weitere Personen teils schwer verletzt. LK-Präsident Josef Hechenberger hat nach diesem Vorfall von einem schlimmstmöglichen Start in die Alm- und Weidesaison gesprochen. Seit Jahren investiert die Landwirtschaftskammer Tirol gemeinsam mit dem Land Tirol und der Tirol Werbung in Aufklärungsarbeit und Sensibilisierung zum Thema Almsicherheit. Ob verschiedene Werbekampagnen, Broschüren oder Weidetafeln – Einheimische wie auch Gäste sollen sich gut informiert fühlen und Unfälle bestmöglich verhindert werden. Trotz der vielfältigen Informationen, herrscht bei vielen noch immer eine leichte Ungewissheit, wie man sich richtig in einem Almgebiet mit Weidevieh verhält.
Social Media für mehr Reichweite
Da die LK leider immer wieder Berichte über das Fehlverhalten von Wandernden erreichen, wurden weitere Initiativen zur Aufklärung gestartet. In diesem Zuge entstanden neue Videos zur Bewusstseinsbildung, welche auf den Social Media Kanälen der LK (Youtube, Facebook, Instagram) veröffentlicht wurden. Für die Miniserie „Sicher durch die Almsaison“ konnte mit Lorenz Khol, dem Leiter der Veterinärmedizinischen Uni Wien/Außenstelle Tirol, ein profunder Experte gewonnen werden. In fünf kurzen Videos erklärt er den Zuseher:innen, wie Kühe ticken und was sie gar nicht mögen. Die Themen reichen von „Kann ich eine Unruhe in der Kuhherde erkennen?“ über „Was schreckt Kühe auf?“, „Wie reagiere ich, wenn eine Kuh auf mich zukommt?“ bis hin zu „Mit Hund auf die Alm – was gilt es zu beachten“ und „Kühe sind keine Selfie-Motive“. Themen, die für Bäuerinnen und Bauern zum Alltag gehören, für viele Menschen ohne direkten Bezug zu Landwirtschaft und Tieren jedoch längst nicht selbstverständlich sind.
Risikofaktor Hund
Wie sich leider immer wieder zeigt, birgt besonders ein Zusammentreffen von Hund und Kühen ein gewisses Risiko. Vor allem Mutterkühe wollen ihre Kälber beschützen und sehen den Vierbeiner als Gefahr. Um Hundebesitzer:innen darauf besser aufmerksam zu machen, hat die LK auch ein Video mit Hundetrainer Hansjörg Krug aus Zirl gedreht. Er bestätigt, was sich viele denken: einige Hundebesitzer:innen wissen oft gar nicht, wie man sich richtig in einem Almgebiet verhält, weil nicht jede:r eine Hundeschule besucht. Für ihn ist klar: Der Hund sollte immer an der kurzen Leine geführt werden, wenn jedoch eine Kuh auf einen zukommt, ist der Hund sofort abzuleinen, keinesfalls sollte er aufgehoben werden, um ihn zu beschützen. Der Hund ist schneller als die Kuh und kann somit leicht flüchten.
Aufklärung betrifft alle
„Beim Reden kommen die Leut zamm“ – daher gilt es, die Almsicherheitsregeln weiterzutragen. Die Social Media Postings und Youtube Videos zu diesem Thema können gerne geteilt bzw. repostet werden. Für Betriebe, die bäuerliche Vermietung anbieten, stehen alle Unterlagen kostenlos zum Download bereit: tirol.lko.at/downloads-almsicherheit. Weidetafeln sind in den Bezirksstellen der Landwirtschaftskammer Tirol erhältlich.