Etikettierung im Fokus
In der Direktvermarktung sind es nur selten qualitative Mängel am Produkt, die zu Beanstandungen oder Strafen führen. Viel häufiger liegt die Ursache in der Lebensmittelkennzeichnung. Sie zählt damit zu den größten Herausforderungen für Betriebe und gleichzeitig zu jenen Aufgaben entlang der Produktionskette, die oft als besonders mühsam empfunden werden.
Dabei wird die Bedeutung der Etikettierung häufig unterschätzt: Sie hat nicht nur rechtliche Relevanz, sondern beeinflusst die Produktsicherheit und das Marketing. Ein ansprechend gestaltetes Etikett kann kaufentscheidend sein.
Worauf es ankommt
Schriftgrößen und Ziffernhöhen, Sichtfeldregelung, Allergenkennzeichnung, Bezeichnung des Lebensmittels, QUID-Regelung, Primärzutaten, Lagerhinweise, Mindesthaltbarkeitsdatum – um nur einige der verpflichtenden Angaben zu nennen. Die Anforderungen an eine korrekte Kennzeichnung sind äußerst umfangreich und detailliert. Das ärgerliche dabei ist, dass schon kleine Fehler, wie eine zu kleine Schrift oder unvollständige Angaben, Strafen von mehreren hundert Euro auslösen können. Wird ein Etikett im Zuge einer Lebensmittelkontrolle untersucht und ein Mangel festgestellt, wird neben der Strafe durch die zuständige Bezirkshauptmannschaft die Untersuchungsgebühr der AGES verrechnet, die in den meisten Fällen den größten Teil der Gesamtkosten ausmacht.
Häufige Fehlerquelle
Der Lebensmittelsicherheitsbericht aus den letzten Jahren (2019-2022) zeigt besonders eindrücklich: Der häufigste Beanstandungsgrund ist nicht die mangelhafte Produktqualität, sondern eine fehlerhafte Kennzeichnung.
Leider ist es mit Bezahlung der Strafe nicht abgetan. Produkte müssen gegebenenfalls zurückgerufen werden, alte Etiketten vernichtet und neue gestaltet werden. Das bedeutet erneut hohe Kosten, Vertrauensverlust bei Konsument:innen und einen hohen organisatorischen Mehraufwand, der sich grundsätzlich leicht vermeiden ließe.
Typische Fehler bei der Lebensmittelkennzeichnung
- fehlerhafte Produktbezeichnungen
- zu viele oder fehlende Informationen im Zutatenverzeichnis
- fehlende oder mangelhafte QUID-Angabe (Menge bestimmter Zutaten in Prozent)
- fehlerhafte Angabe von Zusatzstoffen
- fehlende Allergenkennzeichnung
Beratung statt Strafen
Ein zentraler Ansatz der Landwirtschaftskammer ist es, nicht nur die Etiketten zu kontrollieren, sondern auch auf politischer Ebene aktiv zu sein, um langfristige Verbesserungen zu erreichen. Dabei spielt der stetige Austausch mit Behörden wie der Lebensmittelaufsicht Tirol, Veterinäraufsicht Tirol und dem Land Tirol eine wesentliche Rolle. Ganz im Sinne „Beraten statt Strafen“ wurden beim Tirol Konvent bereits erste entscheidende Ergebnisse erzielt.
Die Lebensmittelkennzeichnung mag auf den ersten Blick lästig erscheinen, ist jedoch ein entscheidender Erfolgsfaktor in der Direktvermarktung. Wer hier sorgfältig arbeitet und vorhandene Unterstützungsangebote nutzt, kann nicht nur rechtliche Risiken minimieren, sondern auch das Vertrauen der Kund:innen stärken.
Etiketten-Check: Unterstützung durch die LK Tirol
Um Betriebe bestmöglich zu unterstützen, bietet die Landwirtschaftskammer Tirol einen Etiketten-Check an. Dieses Angebot hilft, Fehler frühzeitig zu erkennen, Rechtssicherheit zu schaffen und somit Kosten zu sparen.
Alle rechtlich relevanten Kennzeichnungselemente werden überprüft und der Betrieb schriftlich informiert. Pro Etikett werden dabei nur 35 Euro in Rechnung gestellt. Lebensmitteletiketten können digital oder per Post eingereicht werden. Vorteil bei der Einreichung per Post ist, dass auch die Schriftgrößen und Ziffernhöhen kontrolliert werden können.
Bewährt hat sich eine Kombination aus beiden Wegen. Sobald das Etikett alle rechtlichen Vorgaben einhält, wird das ausgedruckte Etikett zur finalen Freigabe gesendet.
Gerade diese Unterstützung zeigt, wie wichtig eine starke Interessenvertretung ist. Ohne die Landwirtschaftskammer wären viele Betriebe mit den komplexen rechtlichen Anforderungen auf sich allein gestellt.
Alle rechtlich relevanten Kennzeichnungselemente werden überprüft und der Betrieb schriftlich informiert. Pro Etikett werden dabei nur 35 Euro in Rechnung gestellt. Lebensmitteletiketten können digital oder per Post eingereicht werden. Vorteil bei der Einreichung per Post ist, dass auch die Schriftgrößen und Ziffernhöhen kontrolliert werden können.
Bewährt hat sich eine Kombination aus beiden Wegen. Sobald das Etikett alle rechtlichen Vorgaben einhält, wird das ausgedruckte Etikett zur finalen Freigabe gesendet.
Gerade diese Unterstützung zeigt, wie wichtig eine starke Interessenvertretung ist. Ohne die Landwirtschaftskammer wären viele Betriebe mit den komplexen rechtlichen Anforderungen auf sich allein gestellt.
- Etiketten einreichen per E-Mail an: dvm@lk-tirol.at