Ausbildung am Puls der Zeit
Vergangene Woche zeigte sich an der Landwirtschaftlichen Landeslehranstalt Rotholz, wie die forstwirtschaftliche Ausbildung praxisnahe modernisiert werden kann. Die Ausbildungsstätte hat dafür in einen Harvester-Simulator investiert, welcher künftig als fixer Bestandteil des Lehrplanes die Ausbildung von Forsttechniker:innen und Forstfacharbeiter:innen in Tirol auf ein neues Niveau hebt. Der Simulator bereitet die Auszubildenden optimal auf die Arbeit mit realen Maschinen im Forst vor. Forstreferent LHStv Josef Geisler betonte die Bedeutung moderner Ausbildungsinfrastruktur: „Forstarbeit ist Profiarbeit – und dafür braucht es bestens ausgebildete Fachkräfte, die mit modernster Technik umgehen können. Mit dem Harvester-Simulator wird gezielt in moderne Infrastruktur investiert und damit eine Ausbildung am neuesten Stand der Technik geschaffen, womit wir die Qualität der forstlichen Ausbildung nachhaltig stärken.“
Perfektion bis ins Detail
Die Auszubildenden können mit dem Harvester-Simulator sämtliche Arbeitsschritte der vollautomatisierten Holzernte realitätsnah beliebig oft üben, analysieren und dadurch optimieren. Das ist besonders dann von Vorteil, wenn es um potenziell gefährliche Arbeiten geht. Der Simulator ermöglicht es, diese im sicheren Rahmen zu erlernen, bevor es an die echten Maschinen geht. Das Training, die dadurch gesammelten Erfahrungen und erlernten Fähigkeiten vereinfachen später den Einstieg in die Praxis. Der Simulator sei Teil einer gezielten Weiterentwicklung der Ausbildungsstandards, betont Landesschul-
inspektor Stephan Prantauer: „Die moderne Forstwirtschaft stellt hohe Anforderungen an Fachkräfte. Mit dem Harvester-Simulator stellen wir sicher, dass die Ausbildung in Rotholz diesen Anforderungen entspricht und laufend weiterentwickelt wird.“ Besonders hob Prantauer die österreichweite Sonderstellung Tirols hervor: „Tirol ist das einzige Bundesland, in dem sowohl Forsttechnikerinnen und -techniker als auch Forstfacharbeiterinnen und -arbeiter ausgebildet werden. Rotholz nimmt dabei eine zentrale Rolle für die moderne Forstausbildung ein.“
Investition in die Zukunft
Der Mehrwert des Harvester-Simulators für die Ausbildung und Sicherheit im Arbeitsalltag rechtfertigt die Gesamtinvestition von zirka 110.000 Euro. Diese wurde vom Land Tirol, dem Fachverband der gewerblichen Dienstleister der WKO und den gewerblichen Dienstleistern in der Fachgruppe Tirol getragen. Die weitere Verbesserung der Ausbildung verfolgt das Ziel, langfristig qualifizierte Fachkräfte für die Forstwirtschaft hervorzubringen und entspricht so den steigenden Anforderungen und dem Bedarf der Betriebe. Martin Luxner, Fachgruppenobmann-Stellvertreter der gewerblichen Dienstleister, Fachgruppe Wirtschaftskammer Tirol, betonte in diesem Zusammenhang: „Diese Investition zeigt, wie wichtig das Zusammenspiel von Schule, Wirtschaft und Politik ist. Die Betriebe brauchen hervorragend ausgebildete Fachkräfte, und genau hier setzt der Harvester-Simulator an.“
Aktuell gibt es 130 Auszubildende, davon rund 30 Forsttechniker:innen und 100 Forstfacharbeiter:innen, welche vom Harvester-Simulator profitieren können.