Österreich über EU-Schnitt
Kürzlich wurde eine neue Studie im Auftrag des AGRI-Ausschusses des Europäischen Parlaments präsentiert. Darin wurden verschiedene Betriebe analysiert, die von Junglandwirt:innen unter 40 Jahren geführt werden.
Speziell berücksichtigt wurde, wie sich nationale Maßnahmen und Inhalte der GAP auf die Betriebsführung auswirkenSchwerpunktregionen waren Finnland, Spanien, Luxemburg und Polen.
Strukturwandel
Die Studie bestätigt einen fortschreitenden Strukturwandel im europäischen Agrarsektor. Insgesamt geht die Zahl der Junglandwirt:innen weiter zurück – 2016 waren es rund 1,1 Millionen, 2023 nur noch rund 960.000. Im Jahr 2023 waren rund elf Prozent der europäischen Landwirt:innen jünger als 40 Jahre, etwa ein Prozent von ihnen war jünger als 25 Jahre.
Lösungsansätze
Auf der Grundlage der Analyse der nationalen und GAP-Unterstützung für Junglandwirt:innen wurden Empfehlungen ausgearbeitet: Der Generationswechsel kann durch einen abgestimmten Maßnahmen-Mix mehrerer Politikbereiche gestützt werden. Eine Kombination aus GAP-Förderung und nationalen Maßnahmen soll ermöglichen, gezielt auf Bedürfnisse zu reagieren, insbesondere hinsichtlich des Zugangs zu Flächen. Vereinfachte Antragsverfahren aus einer Hand über zentrale Anlaufstellen sollten die Regel für Junglandwirt:innen werden, insbesondere um nationale und EU-Förderung zu bündeln. Es wird empfohlen, besonderes Augenmerk auf den Abbau von Negativanreizen zu legen, die ältere Landwirt:innen davon abhalten, aus landwirtschaftlichen Betrieben auszusteigen. Ein Ansatzpunkt könnten nationale Rechtsvorschriften und Strategien sein, beispielsweise im Zusammenhang mit Erbschaftssteuern und -gesetzen oder dem Pensionssystem. Die Unterstützung junger Landwirt:innen sollte durch eine allgemeine Unterstützung zur Verbesserung der Lebensqualität in ländlichen Gebieten flankiert werden. Die nationale und die EU-Unterstützung für Junglandwirt:innen sollte den besonderen Bedürfnissen von Junglandwirt:innen Rechnung tragen und so die Attraktivität des Sektors erhöhen.
Situation in Österreich
Österreich zählt zu den Mitgliedstaaten mit einem besonders hohen Anteil junger Betriebsführer:innen und wird in der Studie als positives Referenzland genannt. Rund 25 Prozent der Landwirt:innen sind unter 40 Jahre alt, damit liegt Österreich deutlich über dem EU-Durchschnitt von elf Prozent. EU-weit – auch in Österreich – stellen hohe Bodenpreise, steigende Investitionskosten beim Einstieg und administrative Komplexität von Förderanträgen besondere Herausforderungen da.