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Rinderreiches Österreich

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01.06.2026 | von Rinderzucht Austria

Rinder sind ein bedeutender Teil sowohl der Volks- als auch der Nutztierwirtschaft.

Bildergalerie (4 Fotos)
Produktionswert-LW.jpg © Statistik Austria, 2. Vorschätzung 2026
Produktionswert-Rinderwirtschaft-Bundesländer.jpg © Industriewissenschaftliches Institut
Volkswirtschaftliche-Effekte-der-Rinderhaltung.jpg © Rinderzucht Austria
Rinderwirtschaft-Arbeitsplätze.jpg © Industriewissenschaftliches Institut
Produktionswert-LW.jpg © Statistik Austria, 2. Vorschätzung 2026
Produktionswert-Rinderwirtschaft-Bundesländer.jpg © Industriewissenschaftliches Institut
Volkswirtschaftliche-Effekte-der-Rinderhaltung.jpg © Rinderzucht Austria
Rinderwirtschaft-Arbeitsplätze.jpg © Industriewissenschaftliches Institut
Zusammensetzung des aktuellen Produktionswertes der heimischen Landwirtschaft für das Jahr 2025. © Statistik Austria, 2. Vorschätzung 2026
Rinderproduktion in den einzelnen Bundesländern im Jahr 2024. © Industriewissenschaftliches Institut
Die Grafik zeigt die volkswirtschaftlichen Effekte der Nutztierhaltung insgesamt sowie der Rinderhaltung. Der Wert der gesamten Rinderproduktion belief sich im Jahr 2024 auf 3 Mrd. Euro. Mit den zusätzlichen indirekten Effekten im Ausmaß von 2 Mrd. Euro sowie den induzierten Effekten von kanpp weiteren 2 Mrd. Euro beträgt der gesamte volkswirtschaftliche Produktionswert über 7 Mrd. Euro. © Rinderzucht Austria
Die Rinderwirtschaft sicher auch Arbeitsplätze weit über die direkteTätigkeit am Betrieb hinaus. © Industriewissenschaftliches Institut
Steigende Produktionswerte, höhere Erlöse sowie eine starke Nachfrage sorgten in der Rinderwirtschaft sowohl für ein deutliches Wachstum des Produktionswertes, als auch für die Kosten der Vorleistungen. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Studie des NTÖ die enorme Bedeutung der Rinderhaltung für Beschäftigung, regionale Wirtschaftskraft und die gesamte Volkswirtschaft Österreichs.

Ein Drittel des landwirtschaftlichen Produktionswertes entfällt auf die Milch- und Rinderwirtschaft

Im Jahr 2025 wuchsen der Produktionswert und die Wertschöpfung der heimischen Landwirtschaft laut der zweiten Vorschätzung der Statistik Austria stark. Nach Rückgängen in den beiden vorangegangenen Jahren stieg der landwirtschaftliche Produktionswert auf 10,9 Mrd. Euro (+9,7%). Grund dafür waren zufriedenstellende Ernten im Pflanzenbau sowie gestiegene Erlöse in der tierischen Produktion. Der deutliche Anstieg in der tierischen Erzeugung ist durch höhere Preise (+9,6%) in Kombination mit einem leicht gestiegenen Produktionsvolumen zu erklären. Vor allem in der Rinderproduktion gab es einen Zuwachs beim Produktionswert um mehr als ein Viertel (26,1%). Verantwortlich dafür ist die sinkende Erzeugung und das europaweit knappe Angebot. Der Produktionswert der Milch stieg um14,3%.). So weist die heimische Rinderproduktion einen Produktionswert von 1,2 Mrd. Euro aus, das sind 11,1% des gesamten landwirtschaftlichen Produktionswertes. Der Produktionswert der Milch nahm 2025 auf 2,2 Mrd. Euro zu, dies entspricht 20,6% des gesamten landwirtschaftlichen Produktionswertes. Diese beiden Sektoren gemeinsam machen 3.451 Mio. Euro oder 31,7% des gesamten landwirtschaftlichen Produktionswertes.
 
Der Steigerung des Produktionswertes stehen auch enorme Steigerungen der Kosten gegenüber, die nicht zur Gänze auf den Markt weitergegeben werden können. So stieg in den vergangenen fünf Jahren der Umsatz um 19,3%, die Kosten nominal um 37,7%. Der Wert der gesamten Zuchtrindervermarktung aus der Ab-Hof-Vermarktung und den Versteigerungen belief sich bei 31.000 vermarkteten Tieren im Jahr 2025 auf 65 Mio. Euro. Davon wurden 22.000 Zuchtrinder mit einem Gesamtwert von 47 Mio. Euro exportiert.
 
“Die Studie zeigt eindrucksvoll, welche enorme wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung die heimische Rinderwirtschaft für Österreich hat. Sie macht deutlich, dass die Rinderhaltung zu den tragenden Säulen der österreichischen Landwirtschaft zählt und ihre Wirkung weit über die landwirtschaftliche Produktion hinausreicht - insbesondere in Richtung Wirtschaft, Tourismus, Beschäftigung und die Entwicklung des ländlichen Raums. Gleichzeitig leistet die heimische Rinderwirtschaft einen wesentlichen Beitrag zur täglichen Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen regionalen Lebensmitteln und stärkt damit nachhaltig die Versorgungssicherheit in Österreich“, so RINDERZUCHT AUSTRIA-Obmann Thomas Schweigl.

NTÖ-Studie: Volkswirtschaftliche Hebelwirkung durch die Rinderwirtschaft

Im Rahmen einer Studie, die vom Industriewissenschaftlichen Institut unter der Leitung von Dr. Herwig Schneider im Auftrag vom Verein “Nachhaltige Tierhaltung Österreich“ durchgeführt wurde, zeigt im besonderen Maße die volkswirtschaftliche Bedeutung der heimischen Rinderwirtschaft. Die Betriebe der heimischen Rinder- und Milchproduktion erwirtschafteten im Jahr 2025 in Summe 3,451 Mrd. Euro. Werden alle Vorleistungen sowie Konsum- und Investitionseffekte miteinbezogen, kommt die Studie auf eine gesamtwirtschaftliche Produktion von über 7 Mrd. Euro, was immerhin einem Anteil von 0,7% der gesamten österreichischen Produktion entspricht.
Diese Hebelwirkung für die Volkswirtschaft zieht spiegelt sich auch in der Beschäftigung wider. So sichert die Rinderbranche österreichweit etwa 91.300 Arbeitsplätze, rund 60.500 Personen sind dabei direkt in der Rinderhaltung beschäftigt. Volkswirtschaftlich berechnet hängen 1,8% aller Beschäftigungsverhältnisse in Österreich direkt oder indirekt am Rind, so die Studienautor:innen. Hervorgehoben wird unter anderem der hohe Beschäftigungsmultiplikator bei den Rinderbauern von 5,25. Das kommt daher, dass auf den kleinstrukturierten, familiengeführten Bauernhöfen viele Familienangehörige unentgeltlich mitarbeiten.
 
Weiters wurde auch analysiert, welche Branchen am stärksten von den Impulsen der Rinderhaltung profitieren, darunter die Landwirtschaft und die Jagd selbst mit 221,8 Mio. Euro Wertschöpfung, der Großhandel (176,4 Mio. Euro) und viele weitere Bereiche.

Regionalwirtschaftliche Betrachtung

Die Analyse nach Bundesländern zeigt eine starke Konzentration im Alpenvorland und im südlichen Österreich. Oberösterreich führt das Ranking mit einem Produktionswert von 1,74 Mrd. Euro und 22.300 gesicherten Arbeitsplätzen an. Niederösterreich folgt mit 1,36 Mrd. Euro Produktion und 20.200 Arbeitsplätzen. Die Steiermark weist eine Produktionsleistung von 1,10 Mrd. Euro auf und sichert 17.300 Arbeitsplätze. Obwohl andere Bundesländer absolut ge-ringere Werte aufweisen, stufen die Studienautor:innen die relative Bedeutung der Rinderhaltung für die regionale Infrastruktur und Resilienz in ganz Österreich als sehr hoch ein.

Studienhintergrund

Die Studie zur “Volkswirtschaftlichen Bedeutung der Nutztierhaltung in Österreich“ wurde vom Industriewissenschaftliches Institut unter der Leitung von DDr. Herwig Schneider im Auftrag der Nachhaltigen Tierhaltung Österreich (NTÖ) durchgeführt, mit dem Ziel, die ökonomische Bedeutung der Nutztierhalt und und im Besonderen der Rinderhaltung in Österreich zu berechnen. Die Studie misst nicht nur die unmittelbaren Aktivitäten auf den Bauernhöfen, sondern das gesamte Geflecht der damit verbundenen Wirtschaftskreisläufe. Hierbei wird zwischen drei Effektebenen unterschieden: den direkten Effekten (unmittelbare Wertschöpfung der Betriebe), den indirekten Effekten (Aktivitäten in der Zulieferkette wie Futtermittel oder Maschinenbau) und den induzierten Effekten, die durch die Konsumausgaben der Beschäftigten und Reinvestitionen entstehen. Die materielle Basis bilden alle heimischen Betriebe, die Rinder halten, züchten oder verwandte Dienstleistungen wie „Urlaub am Bauernhof“ anbieten. Im Rahmen der Studie für den Teil der Rinderhaltung wurde eine umfassende Primärerhebung unter 6.451 Betrieben durchgeführt, wovon 4.266 reine Rinderhalter sind. Diese Daten repräsentieren eine Stichprobe von über 10% der österreichischen Betriebe.

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Produktionswert-LW.jpg © Statistik Austria, 2. Vorschätzung 2026

Zusammensetzung des aktuellen Produktionswertes der heimischen Landwirtschaft für das Jahr 2025. © Statistik Austria, 2. Vorschätzung 2026

Produktionswert-Rinderwirtschaft-Bundesländer.jpg © Industriewissenschaftliches Institut

Rinderproduktion in den einzelnen Bundesländern im Jahr 2024. © Industriewissenschaftliches Institut

Volkswirtschaftliche-Effekte-der-Rinderhaltung.jpg © Rinderzucht Austria

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