Leiden(schaft) Landwirtschaft
Die Studie „Soziale und psychische Belastungen der Land- und Forstwirt:innen in Österreich“ zeigt auf, wie es um die psychische Gesundheit unserer Bäuerinnen und Bauern bestellt ist. Die wissenschaftliche Arbeit, welche von der L&R Sozialforschung im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums erstellt wurde, identifizierte über die Befragung von mehr als 2.500 Land- und Forstwirt:innen bzw. mithelfenden Angehörigen und die Durchführung von 15 Interviews die größten Belastungsfaktoren sowie eventuelle Zusammenhänge mit vorhandenen Rahmenbedingungen.
Was auf das Gemüt schlägt
Die Ergebnisse machen deutlich, dass Handlungsbedarf besteht, denn 46 Prozent der Befragten gaben an, dass sie im vergangenen Jahr unter einer psychischen Erkrankung oder Beschwerde litten. Im Vergleich zur österreichischen Gesamtbevölkerung ist dieser Wert annähernd doppelt so hoch. Rund zwei Drittel schätzten die Belastung über alle abgefragten Themenbereiche hinweg als mittel ein, zirka ein Drittel meldete ein hohes Belastungsniveau zurück.
Als besonders belastende Faktoren kristallisierten sich die Bürokratie, Preisentwicklung und Ernteschäden durch Wetterextreme heraus. Knapp zwei Drittel der Befragten empfanden zudem Faktoren wie fehlende bzw. kurze Erholungszeiten oder das öffentliche Ansehen als (hohe) Belastung.
Ein Blick auf die Gesundheit
Den eigenen subjektiv wahrgenommenen Gesundheitszustand schätzten die Personen aus der Land- und Forstwirtschaft schlechter ein als die Gesamtbevölkerung. Ein schlechterer Gesundheitszustand wurde tendenziell dann angegeben, wenn die befragte Person alleine am Hof lebte, einen Haupterwerbsbetrieb führte, eine hohe Gesamtbelastung verspürte oder die Hofnachfolge noch nicht geklärt war. Körperliche Erkrankungen bzw. Beschwerden traten im vergangenen Jahr bei mehr als zwei Drittel der Befragten auf. Besonders häufig wurden hier chronische Schmerzen entlang der Wirbelsäule genannt, auch Bluthochdruck kommt regelmäßig vor. Zudem gab rund ein Fünftel der Befragten an, dass in den letzten zwölf Monaten Familienmitglieder unter einer psychischen bzw. körperlichen Belastung litten.
Unterstützungsangebote kennen und nützen
Es wurden bereits einige entsprechende Unterstützungsangebote ins Leben gerufen. Fast alle Befragten gaben an, die wirtschaftliche und soziale Betriebshilfe des Maschinenrings, die Betriebsberatung der Landwirtschaftskammern sowie die Gesundheitsangebote der SVS zu kennen. Die (Telefon-)Seelsorge und Familienberatung sind ebenfalls vielen bekannt (80%). Ein Anteil von 40 bis 60 Prozent gab zudem an, die psychosozialen Angebote von Lebensqualität Bauernhof bzw. die arbeitspsychologische Beratung der SVS zu kennen.
„Erste Hilfe“ bei Belastungen
Anerkennen was ist: Ein erster Schritt kann sein, sich mithilfe von Familie, Freund:innen und fachlicher Unterstützung ein Bild über die aktuelle Situation zu machen. Die Gespenster im Kopf, die nicht benannt sind, sind mitunter größer als die Probleme in der Realität sind und werden vor allem beim Wegschauen größer. Gut ist, die belastenden Themen zu verschriftlichen.
Zwischenschritt: Durchatmen, Abstand gewinnen, eine andere Perspektive einnehmen, zum Beispiel durch einen Kurzurlaub, durch den Besuch eines schönen Konzerts oder eine Wanderung.
Themen angehen, die belasten: Ganz oft hilft es, wenn ich mir eine Betriebsstrategie überlege, und schaue, wo ich unmittelbar etwas tun kann. In der LK gibt es viele fachlich und menschlich gut agierende Berater:innen und hilfreiche Bildungsangebote, wie zum Beispiel das neue Seminar „Betriebskonzept mit Faktor Mensch“.
Psychologische Begleitung ansteuern: In Tirol gibt es ein sehr großes Feld an Unterstützungsmöglichkeiten, die direkt oder über die Beratung bei Lebensqualität Bauernhof herausgefunden werden können. Dieser Schritt lohnt sich, denn es gibt immer einen Weg!
Zwischenschritt: Durchatmen, Abstand gewinnen, eine andere Perspektive einnehmen, zum Beispiel durch einen Kurzurlaub, durch den Besuch eines schönen Konzerts oder eine Wanderung.
Themen angehen, die belasten: Ganz oft hilft es, wenn ich mir eine Betriebsstrategie überlege, und schaue, wo ich unmittelbar etwas tun kann. In der LK gibt es viele fachlich und menschlich gut agierende Berater:innen und hilfreiche Bildungsangebote, wie zum Beispiel das neue Seminar „Betriebskonzept mit Faktor Mensch“.
Psychologische Begleitung ansteuern: In Tirol gibt es ein sehr großes Feld an Unterstützungsmöglichkeiten, die direkt oder über die Beratung bei Lebensqualität Bauernhof herausgefunden werden können. Dieser Schritt lohnt sich, denn es gibt immer einen Weg!