Erntebilanz 2026: Dürre fordert Tirols Landwirtschaft
Das Anbaujahr 2026 war von anhaltender Trockenheit und mehreren Hitzeperioden geprägt. Besonders stark betroffen war das Grünland, während in vielen anderen Bereichen trotz schwieriger Bedingungen zufriedenstellende Erträge und gute Qualitäten erzielt werden konnten.
„Die Arbeit unserer Bäuerinnen und Bauern ist von Motivation, Innovation und fachlichem Know-how geprägt. Um die Landwirtschaft in unserer Region zu erhalten, braucht es neben Bildungs- und Beratungsangeboten auch passende gesetzliche Rahmenbedingungen. Unsere Höfe stehen bereits vor großen klimatischen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Zusätzliche Belastungen durch bürokratischen Wildwuchs und praxisfremde Bewirtschaftungsvorschriften sind absolut fehl am Platz“, betont LK-Präsident Josef Hechenberger.
Trockenheit setzt Grünland stark zu
Ein Großteil der landwirtschaftlichen Flächen Tirols dient als Grünland und damit als Futtergrundlage für Nutztiere. Die langanhaltende Trockenheit führte auf Tirols Grünlandflächen zu massiven Ertragseinbußen. In Nordtirol lagen die Mindererträge je nach Region zwischen 20 und 50 Prozent, in Osttirol sogar bei bis zu 70 Prozent. „Viele Betriebe müssen Futter zukaufen, um ihre Tiere versorgen zu können. Gleichzeitig sorgt die angespannte Lage in mehreren Regionen Österreichs und im benachbarten Ausland für stark steigende Preise. Heu- und Grassilageballen verteuerten sich gegenüber dem Vorjahr um 40 bis 50 Prozent, Maissilageballen um 16 bis 20 Prozent“, berichtet LK-Präsident Hechenberger weiter.
Obst- und Gemüseanbau
Im Gemüsebau führten Frost, Trockenheit und punktuelle Starkregenereignisse zu erhöhtem Arbeitsaufwand und regionalen Schäden. Während hitzeempfindliche Kulturen unter den Bedingungen gelitten haben, erzielten Tomaten, Paprika, Melanzani und Zucchini dank der hohen Temperaturen überdurchschnittliche Erträge. Tirol bleibt zudem führend im heimischen Radieschenanbau. Jedes zweite Radieschen am Teller der ÖsterreicherInnen ist aus Tirol.
Auch der Obstbau ist insgesamt gut durch das trockene Jahr gekommen. Frostschutz- und Bewässerungsmaßnahmen verhinderten größere Schäden. Herausforderungen hat vor allem das verstärkte Auftreten von Feuerbrand mit sich gebracht. Insgesamt steht den Konsumentinnen und Konsumenten jedoch wieder hochwertiges heimisches Obst in ausreichenden Mengen zur Verfügung.
Direktvermarktung boomt
Während im Gemüsebau rund 80 Prozent der Produkte über den Lebensmittelhandel vermarktet werden, spielt bei Erdäpfeln die Direktvermarktung eine zentrale Rolle. Insgesamt gewinnt der direkte Verkauf laut aktuellen Studien weiter an Bedeutung. „Die Betriebe sehen sich mit steigenden Kosten für Betriebsmittel, Energie sowie hohen Lohn- und Lohnnebenkosten konfrontiert. Gleichzeitig werden die qualitativ hochwertigen Lebensmittel oft nicht entsprechend abgegolten. Immer mehr Bäuerinnen und Bauern setzen deshalb auf die Direktvermarktung, um die Wertschöpfung am Betrieb zu halten. Die Unterstützung der Direktvermarktung ist daher ein Schwerpunkt unserer Arbeit in der Landwirtschaftskammer. Dabei begleiten wir unsere Mitglieder ebenso intensiv wie in der Anbauberatung auf dem Feld und im geschützten Anbau“, erklärt Ulrich Zeni, Fachbereichsleiter Spezialkulturen und Markt.
Ackerbau
Die Ackerbauregionen Tirols verzeichneten ein Niederschlagsdefizit von rund zwölf Prozent. Vor allem die langen Trocken- und Hitzeperioden belasteten die Kulturen. Die Silomaiserträge auf den 3.132 Hektar Anbauflächen, lagen unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Auch beim Getreide, dessen Anbaufläche leicht zunahm, wurden leicht unterdurchschnittliche Erträge erzielt. Positiv auf die Qualität wirkten sich die günstigen Erntebedingungen während der Druschsaison aus.
Almsaison
Die Trockenheit erschwerte die Bewirtschaftung vieler Almen. Das schwache Graswachstum machte die Weideplanung anspruchsvoll, vereinzelt war eine zusätzliche Fütterung notwendig. Frühzeitige Almabtriebe aufgrund von Futtermangel konnten durch die späten Niederschläge jedoch größtenteils vermieden werden. Problematischer gestaltete sich die Wasserversorgung, insbesondere in den Bezirken Kufstein und Kitzbühel. Teilweise musste unter hohem Zeit- und Kostenaufwand Wasser vom Tal auf die Almen transportiert werden. Trotz der schwierigen Bedingungen überzeugen die Tiroler Almprodukte auch heuer mit hoher Qualität.
Landwirtschaft passt sich dem Klimawandel an
Das Landwirtschaftsjahr 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig Anpassungsfähigkeit und betriebliche Vielfalt sind. Aufgrund der Dürre wurden heuer besonders viele Beratungsangebote der Landwirtschaftskammer Tirol in Anspruch genommen. Gleichzeitig zeigt sich die Stärke der kleinstrukturierten heimischen Familienbetriebe. Vor allem breit aufgestellte Höfe mit mehreren Betriebszweigen konnten die Auswirkungen der Trockenheit besser abfedern. Um die regionale Lebensmittelversorgung langfristig zu sichern, braucht es weiterhin Investitionen in die Klimaanpassung und wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen.
Kontakt bei Rückfragen:
Ulrich J. Zeni, Fachbereichsleiter Spezialkulturen und Markt, Tel. 0664 602 598 1507, ulrich.zeni@lk-tirol.at
Kontakt Öffentlichkeitsarbeit:
Claudia Sala, Tel. 0664 602 598 1050, claudia.sala@lk-tirol.at
„Die Arbeit unserer Bäuerinnen und Bauern ist von Motivation, Innovation und fachlichem Know-how geprägt. Um die Landwirtschaft in unserer Region zu erhalten, braucht es neben Bildungs- und Beratungsangeboten auch passende gesetzliche Rahmenbedingungen. Unsere Höfe stehen bereits vor großen klimatischen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Zusätzliche Belastungen durch bürokratischen Wildwuchs und praxisfremde Bewirtschaftungsvorschriften sind absolut fehl am Platz“, betont LK-Präsident Josef Hechenberger.
Trockenheit setzt Grünland stark zu
Ein Großteil der landwirtschaftlichen Flächen Tirols dient als Grünland und damit als Futtergrundlage für Nutztiere. Die langanhaltende Trockenheit führte auf Tirols Grünlandflächen zu massiven Ertragseinbußen. In Nordtirol lagen die Mindererträge je nach Region zwischen 20 und 50 Prozent, in Osttirol sogar bei bis zu 70 Prozent. „Viele Betriebe müssen Futter zukaufen, um ihre Tiere versorgen zu können. Gleichzeitig sorgt die angespannte Lage in mehreren Regionen Österreichs und im benachbarten Ausland für stark steigende Preise. Heu- und Grassilageballen verteuerten sich gegenüber dem Vorjahr um 40 bis 50 Prozent, Maissilageballen um 16 bis 20 Prozent“, berichtet LK-Präsident Hechenberger weiter.
Obst- und Gemüseanbau
Im Gemüsebau führten Frost, Trockenheit und punktuelle Starkregenereignisse zu erhöhtem Arbeitsaufwand und regionalen Schäden. Während hitzeempfindliche Kulturen unter den Bedingungen gelitten haben, erzielten Tomaten, Paprika, Melanzani und Zucchini dank der hohen Temperaturen überdurchschnittliche Erträge. Tirol bleibt zudem führend im heimischen Radieschenanbau. Jedes zweite Radieschen am Teller der ÖsterreicherInnen ist aus Tirol.
Auch der Obstbau ist insgesamt gut durch das trockene Jahr gekommen. Frostschutz- und Bewässerungsmaßnahmen verhinderten größere Schäden. Herausforderungen hat vor allem das verstärkte Auftreten von Feuerbrand mit sich gebracht. Insgesamt steht den Konsumentinnen und Konsumenten jedoch wieder hochwertiges heimisches Obst in ausreichenden Mengen zur Verfügung.
Direktvermarktung boomt
Während im Gemüsebau rund 80 Prozent der Produkte über den Lebensmittelhandel vermarktet werden, spielt bei Erdäpfeln die Direktvermarktung eine zentrale Rolle. Insgesamt gewinnt der direkte Verkauf laut aktuellen Studien weiter an Bedeutung. „Die Betriebe sehen sich mit steigenden Kosten für Betriebsmittel, Energie sowie hohen Lohn- und Lohnnebenkosten konfrontiert. Gleichzeitig werden die qualitativ hochwertigen Lebensmittel oft nicht entsprechend abgegolten. Immer mehr Bäuerinnen und Bauern setzen deshalb auf die Direktvermarktung, um die Wertschöpfung am Betrieb zu halten. Die Unterstützung der Direktvermarktung ist daher ein Schwerpunkt unserer Arbeit in der Landwirtschaftskammer. Dabei begleiten wir unsere Mitglieder ebenso intensiv wie in der Anbauberatung auf dem Feld und im geschützten Anbau“, erklärt Ulrich Zeni, Fachbereichsleiter Spezialkulturen und Markt.
Ackerbau
Die Ackerbauregionen Tirols verzeichneten ein Niederschlagsdefizit von rund zwölf Prozent. Vor allem die langen Trocken- und Hitzeperioden belasteten die Kulturen. Die Silomaiserträge auf den 3.132 Hektar Anbauflächen, lagen unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Auch beim Getreide, dessen Anbaufläche leicht zunahm, wurden leicht unterdurchschnittliche Erträge erzielt. Positiv auf die Qualität wirkten sich die günstigen Erntebedingungen während der Druschsaison aus.
Almsaison
Die Trockenheit erschwerte die Bewirtschaftung vieler Almen. Das schwache Graswachstum machte die Weideplanung anspruchsvoll, vereinzelt war eine zusätzliche Fütterung notwendig. Frühzeitige Almabtriebe aufgrund von Futtermangel konnten durch die späten Niederschläge jedoch größtenteils vermieden werden. Problematischer gestaltete sich die Wasserversorgung, insbesondere in den Bezirken Kufstein und Kitzbühel. Teilweise musste unter hohem Zeit- und Kostenaufwand Wasser vom Tal auf die Almen transportiert werden. Trotz der schwierigen Bedingungen überzeugen die Tiroler Almprodukte auch heuer mit hoher Qualität.
Landwirtschaft passt sich dem Klimawandel an
Das Landwirtschaftsjahr 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig Anpassungsfähigkeit und betriebliche Vielfalt sind. Aufgrund der Dürre wurden heuer besonders viele Beratungsangebote der Landwirtschaftskammer Tirol in Anspruch genommen. Gleichzeitig zeigt sich die Stärke der kleinstrukturierten heimischen Familienbetriebe. Vor allem breit aufgestellte Höfe mit mehreren Betriebszweigen konnten die Auswirkungen der Trockenheit besser abfedern. Um die regionale Lebensmittelversorgung langfristig zu sichern, braucht es weiterhin Investitionen in die Klimaanpassung und wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen.
Kontakt bei Rückfragen:
Ulrich J. Zeni, Fachbereichsleiter Spezialkulturen und Markt, Tel. 0664 602 598 1507, ulrich.zeni@lk-tirol.at
Kontakt Öffentlichkeitsarbeit:
Claudia Sala, Tel. 0664 602 598 1050, claudia.sala@lk-tirol.at