Kalkung im Sommer
Je nach Kalkform liegt das Calcium als Calciumoxid (Branntkalk) oder als Calciumcarbonat (kohlensaurer Kalk) vor. Mischkalk bildet eine Mischung aus diesen Formen. Die Kalkformen unterscheiden sich vor allem in ihrer Wirkungsgeschwindigkeit. Branntkalk und Mischkalk reagieren schnell im Boden und haben dadurch eine rasche Wirkung auf den pH-Wert und die Bodenstruktur. Kohlensaurer Kalk wird im Boden langsamer gelöst und wirkt dadurch verzögert. Kohlensaure Kalke sind für den Einsatz auf allen Böden und im Grünland geeignet. Der Einsatz von Branntkalk und Mischkalk ist nur auf mittelschweren und schweren Böden mit ausreichendem Tongehalt sinnvoll.
Die Berechnung der benötigten Kalkmenge erfolgt auf Basis der Calciumoxidform (CaO). Je nach Jahr und Witterung werden 250 - 500 kg CaO pro Hektar und Jahr verbraucht beziehungsweise ausgewaschen. Eine regelmäßige Zufuhr dieser Menge im Abstand von drei bis vier Jahren bremst die Versauerung und stabilisiert den pH-Wert. Auf Flächen mit Strukturproblemen kann die Kalkung ebenfalls eine wichtige Maßnahme sein, wobei eine zuvor durchgeführte Bodenuntersuchung zur Bestimmung der Ursache zu empfehlen ist. Die Bestimmung des pH-Wertes zeigt den tatsächlichen Kalkbedarf, während eine Analyse der Kationenaustauschkapazität zusätzliche Hinweise für die Wahl der Kalkform liefert.
Kalk kann grundsätzlich ganzjährig ausgebracht werden. Der optimale Zeitpunkt hängt vor allem von der Befahrbarkeit der Fläche und der Folgekultur ab. Befindet sich beispielsweise Raps in der Fruchtfolge, bietet sich eine Kalkung vor dessen Anbau an. Eine Kalkung im Sommer nach der Ernte des Getreides bietet einen guten Zeitpunkt, da hier häufig eine ausreichende Tragfähigkeit des Bodens gegeben ist. Um die rasche Wirkung beim Einsatz von schnellwirksamen Kalken (Branntkalk, Mischkalk) zu erreichen, ist eine Einarbeitung nach der Ausbringung notwendig. Durch eine mischende Einarbeitung wird der Kalk über die Krume verteilt und kann somit über den gesamten Bearbeitungshorizont wirken. Ist neben der Kalkung auch eine Ausbringung von Wirtschaftsdünger geplant, ist beim Einsatz von Brannt- oder Mischkalk zwischen der Kalkung und der Wirtschaftsdüngerausbringung eine Einarbeitung des Kalkes zur Vermeidung von erhöhten Ammoniakverlusten notwendig.