Aktuelle Pflanzenschutzinformationen Nr. 23/2026
Raps
Erdflöhe
Seit Beginn dieser Woche ist in fast allen Regionen einen stärkerer Zuflug der Erdflöhe zu beachten. Die Tiere sind auch bei kühleren Temperaturen aktiv. Die Wirkung der Beize lässt ab dem 2 bis 4-Blattstadium deutlich nach. Die Schadschwellen sind bis zum 4-Blattstadium 10 % Blattflächenverlust bzw. später 25-35 Käfer pro Gelbschale innerhalb von 3 Wochen.
Seit Beginn dieser Woche ist in fast allen Regionen einen stärkerer Zuflug der Erdflöhe zu beachten. Die Tiere sind auch bei kühleren Temperaturen aktiv. Die Wirkung der Beize lässt ab dem 2 bis 4-Blattstadium deutlich nach. Die Schadschwellen sind bis zum 4-Blattstadium 10 % Blattflächenverlust bzw. später 25-35 Käfer pro Gelbschale innerhalb von 3 Wochen.
Das stärkste Pyrethroid zur Bekämpfung ist Karate Zeon (75 ml/ha), ein Netzmittelzusatz verbessert die Wirkung. Karate Zeon darf gegen beißende Insekten zweimal eingesetzt werden. Carnadine bzw. Benevia sollen erst bei der Entwicklung der Larven (Oktober) eingesetzt werden. Details zu Zuflug, Eiablage und Larvenentwicklung liefert das Prognoseprogramm auf www.warndienst.at. Aktuell sind 50-60 % der Käfer bereits zugeflogen, die Eiablage ist im Gange, Larven sind noch nicht geschlüpft.
- Beachten sie auch das angefügte Video.
Unkrautbekämpfung
Dazu gibt es Hinweise in der letzten Aussendung.
Dazu gibt es Hinweise in der letzten Aussendung.
Wachstumsreglereinsatz
Früh gesäte Rapsbestände haben bereits das 4-6-Blattstadium erreicht. Die Gefahr durch Phoma kann durch die Niederschläge der letzten Tage steigen. Vor allem Rapschläge in Windrichtung neben dem Schlag der letzten Saison sind besonders gefährdet. Steht die Kürzung im Vordergrund, so ist der richtige Zeitpunkt, sobald sich die Blätter zu berühren beginnen (4-6-Blattstadium). Die Temperaturen am Tag sollen deutlich über 10°C liegen. Ein Wachstumsreglereinsatz verhindert das Aufstängeln vor dem Winter, zusätzlich wird das Wurzelwachstum angeregt.
Früh gesäte Rapsbestände haben bereits das 4-6-Blattstadium erreicht. Die Gefahr durch Phoma kann durch die Niederschläge der letzten Tage steigen. Vor allem Rapschläge in Windrichtung neben dem Schlag der letzten Saison sind besonders gefährdet. Steht die Kürzung im Vordergrund, so ist der richtige Zeitpunkt, sobald sich die Blätter zu berühren beginnen (4-6-Blattstadium). Die Temperaturen am Tag sollen deutlich über 10°C liegen. Ein Wachstumsreglereinsatz verhindert das Aufstängeln vor dem Winter, zusätzlich wird das Wurzelwachstum angeregt.
Eine sehr gut kürzende Wirkung zeigen Carax/Credible (0,7-1,0 l/ha), Folicur/Tebu Super 250 EW/Mystic 250 EW (1,2 l/ha), Sirena (1,2 l/ha) und Toprex (0,35-0,45 l/ha (auch sehr gute Phoma-Wirkung). Steht Phoma im Vordergrund, so hat Tilmor (1,2 l/ha) eine gute Wirkung, der wachstumsregulatorische Effekt ist schwächer.
Eine Mischung mit Gräserherbiziden (Ausfallgetreide muss drei Blätter besitzen), Insektiziden, Bor (ist auch im Herbst sinnvoll) und Bittersalz ist möglich. Spezielle Mischungsempfehlungen sind laut Gebrauchsanweisung zu beachten. Von den wachstumsregulatorischen Fungiziden können Folicur, Tilmor und Toprex mit dem Herbizid Belkar gemischt werden, bei metconazolhältigen Produkten (z.B. Carax) ist ein Abstand von 14 Tagen notwendig.
Eine Mischung mit Gräserherbiziden (Ausfallgetreide muss drei Blätter besitzen), Insektiziden, Bor (ist auch im Herbst sinnvoll) und Bittersalz ist möglich. Spezielle Mischungsempfehlungen sind laut Gebrauchsanweisung zu beachten. Von den wachstumsregulatorischen Fungiziden können Folicur, Tilmor und Toprex mit dem Herbizid Belkar gemischt werden, bei metconazolhältigen Produkten (z.B. Carax) ist ein Abstand von 14 Tagen notwendig.
Wintergerste-Gräserproblematik (Ackerfuchsschwanzgras, Weidelgräser)
Das letzte Jahr hat gezeigt, dass ein späterer Anbau den Druck durch Problemgräser deutlich mindert. Das haben auch schon viele deutsche Versuche bestätigt. Zusätzlich hat ein späteres Auflaufen des Getreides den positiven Effekt, dass die Aktivität virusübertragender Blattläuse geringer ist. Das Ausfallgetreide ist heuer deutlicher mit Viren belastet als in den letzten Jahren, aber bei enstsprechend warmer Witterung und langer Flugphase von Blattläusen und Zikaden kann ein stärkerer Befall nicht ausgeschlossen werden.
Sind Problemungräser auf meinen Feldern, so muss ich die Bekämpfungsstrategie anpassen. Neben dem späteren Anbau bzw. Anlegen eines „falschen“ Saatbettes ist eine Herbstbehandlung bei Wintergerste und bei eher früh gesäten anderen Getreiden unerlässlich.
Wenn keine flufenacethältigen Produkte mehr zur Verfügung stehen, ist eine 3-4 cm tiefe Saatgutablage für die Verträglichkeit der Produkte enorm wichtig.
Werden prosulfocarbhältige Produkte (z.B. Boxer, Cofeno, Jura, Roxy EC, etc.) mit höherer Aufwandmenge (3 l/ha) eingesetzt, so soll die Behandlung bei Gerste aus Verträglichkeitsgründen unbedingt im Vorauflaufverfahren durchgeführt werden. Bei flufenacethältigen Produkten (siehe Tabelle im Download) werden Gräser am Besten erfasst, wenn sie Durchstoßen und im Auflaufen sind , bzw. das erste Blatt geschoben wird (max. 3 cm Blattlänge).
Ziel muss es sein, einen sehr hohen Wirkungsgrad (annähernd 100 %) zu erzielen. Das Samenpotential im Boden kann bei vorausgegangen schlechten Bekämpfungserfolgen sehr hoch sein und die Lebensfähigkeit der Samen ist deutlich höher als bei Windhalm (bis zu 10 Jahre).
Im heurigen Jahr sind flufenacethältige Produkte noch bis 12. Dezember (Cadou bis 5.12.) einsetzbar (= lagerbar). Bei den eingesetzten Produkten muss bei Problemgräsern die obere Aufwandmenge eingesetzt werden (z.B. auf schweren Böden 0,6 l/ha Battle Delta/Carpatus/Nucleus – 0,5 l/ha auf leichten Böden; bei schweren Böden 0,5 l/ha Cadou SC-0,3 l/ha auf leichten Böden, 0,4 l/ha Glosset SC). Verbessert wird die Wirksamkeit von Flufenacet durch die Wirkstoffe Diflufenican, Prosulfocarb und sehr gut durch Aclonifen (z.B. in Mateno Duo). Wird in einer eher trockenen Phase angebaut, so soll noch auf feuchten Boden unmittelbar nach der Saat appliziert werden. Zu diesem frühen Zeitpunkt kann Klettenlabkraut manchmal noch nicht aufgelaufen sein – eine Korrektur kann möglich werden. Pontos muss mit 1,0 l/ha im Vorauflauf eingesetzt werden, sonst kommt es zu Schäden am Getreide. Auch hier wird Klettenlabkraut schlecht erfasst. Der Kombi-Pack Battle Delta Flex besteht aus dem bekannten Battle Delta und BeFlex. Die Anwendung ist ab Auflaufen des Getreides zugelassen, BeFlex unterstützt Battle Delta in der Wirkung gegen Gräser wie das Acker-fuchssschwanzgras (0,5-0,6 l/ha Battle Delta + 0,5 l/ha BeFlex). Bei mittlerer Verunkrautung mit Windhalm genügen jeweils 0,33 l/ha der beiden.
Im heurigen Jahr sind flufenacethältige Produkte noch bis 12. Dezember (Cadou bis 5.12.) einsetzbar (= lagerbar). Bei den eingesetzten Produkten muss bei Problemgräsern die obere Aufwandmenge eingesetzt werden (z.B. auf schweren Böden 0,6 l/ha Battle Delta/Carpatus/Nucleus – 0,5 l/ha auf leichten Böden; bei schweren Böden 0,5 l/ha Cadou SC-0,3 l/ha auf leichten Böden, 0,4 l/ha Glosset SC). Verbessert wird die Wirksamkeit von Flufenacet durch die Wirkstoffe Diflufenican, Prosulfocarb und sehr gut durch Aclonifen (z.B. in Mateno Duo). Wird in einer eher trockenen Phase angebaut, so soll noch auf feuchten Boden unmittelbar nach der Saat appliziert werden. Zu diesem frühen Zeitpunkt kann Klettenlabkraut manchmal noch nicht aufgelaufen sein – eine Korrektur kann möglich werden. Pontos muss mit 1,0 l/ha im Vorauflauf eingesetzt werden, sonst kommt es zu Schäden am Getreide. Auch hier wird Klettenlabkraut schlecht erfasst. Der Kombi-Pack Battle Delta Flex besteht aus dem bekannten Battle Delta und BeFlex. Die Anwendung ist ab Auflaufen des Getreides zugelassen, BeFlex unterstützt Battle Delta in der Wirkung gegen Gräser wie das Acker-fuchssschwanzgras (0,5-0,6 l/ha Battle Delta + 0,5 l/ha BeFlex). Bei mittlerer Verunkrautung mit Windhalm genügen jeweils 0,33 l/ha der beiden.
Ohne dem Wirkstoff Flufeancet kommt dem Wirkstoff Prosulfocarb mehr Bedeutung zu. Er ist z.B. in den Produkten Boxer, Roxy EC/Cofeno, Fantasia oder Jura/Jura Max enthalten. Für eher windhalmdominierte Standorte kann auch der Wirkstoff Chlortoluron (z.B. in Lentipur 500, Carmina 640, Trinity) zum Einsatz kommen. Die Verträglichkeit von Prosulfocarb ist nicht ganz so gut wie bei Flufenacet, v.a. Gerste kann nach der Behandlung Aufhellungen zeigen. Mit einer Anwendung im Vorauflauf kann das großteils vermieden werden.
Die Landwirtschaftskammer hat in den letzten beiden Jahren Versuche mit den Kombinatio-nen 0,35 l/ha Mateno Duo + 3 l/ha Cofeno (Mateno Trio Set), 2 l/ha Trinity + 3 l/ha Boxer und 3 l/ha Jura + 0,5 l/ha BeFlex im Jahr 2024 im frühen Nachauflauf (ES 11) angelegt und im Jahr 2025 die Kombinationen aus Verträglichkeitsgründen nur mehr im Vorauflaufverfahren verwendet.Bei Mateno Duo kann in Winterweizen und Wintertriticale im Vorauflaufverfahren zu einer stärkeren Wirkung gegen Ackerfuchsschwanzgras die Aufwandmenge auf 0,7 l/ha erhöht werden. Bei Jura bzw. Jura Max (3 l/ha) ist eine Mischung im Vorauflauf mit 2 l/ha Lentipur 500 oder 0,5 l/ha BeFlex oder 2 l/ha Trinity möglich.
Im späteren Nachauflaufverfahren steht auch noch Axial 50 (0,9 l/ha) zur Verfügung. Es kann hier zur Bekämpfung von breitblättrigen Unkräutern mit 0,75 l/ha Viper Compact kombiniert werden. Axial 50 kann auch noch zur Korrektur von Gräsern bei kühlen Temperaturen eingesetzt werden, nach der Anwendung soll noch ca. 1 Woche leichte Vegetation herrschen.
Tritt kein Ackerfuchsschwanzgras oder Weidelgras auf, so kann die Behandlung auch etwas später bei Auflaufen bzw. erstem Laubblattpaarstadium der zweikeimblättrigen Unkräuter erfolgen.
Im späteren Nachauflaufverfahren steht auch noch Axial 50 (0,9 l/ha) zur Verfügung. Es kann hier zur Bekämpfung von breitblättrigen Unkräutern mit 0,75 l/ha Viper Compact kombiniert werden. Axial 50 kann auch noch zur Korrektur von Gräsern bei kühlen Temperaturen eingesetzt werden, nach der Anwendung soll noch ca. 1 Woche leichte Vegetation herrschen.
Tritt kein Ackerfuchsschwanzgras oder Weidelgras auf, so kann die Behandlung auch etwas später bei Auflaufen bzw. erstem Laubblattpaarstadium der zweikeimblättrigen Unkräuter erfolgen.