75 Jahre Unterstützung für Tiroler Landwirtschaft
Bereits seit 1951 steht der Landeskulturfonds (LKF) der Tiroler Landwirtschaft als Finanzierungspartner mit günstigen Konditionen zur Seite und sicherte so das Fortbestehen zahlreicher Betriebe. Mittlerweile werden auch viele Projekte auf kommunaler Ebene unterstützt.
Ursprünglich gegründet wurde der Fonds in der Nachkriegszeit, um landwirtschaftliche Betriebe mit fehlendem Eigenkapital beim Wiederaufbau zu unterstützen. Als Grundstein dafür diente eine umfangreiche Spendensammlung. Anlässlich des Jubiläums wurde unterstrichen, dass der LKF auch in Zukunft mit langfristigen, zinsgünstigen Darlehen der Förderung der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes dienen soll. Geschäftsführer Thomas Danzl führt aus: „Dieses Modell ermöglicht einen sich selbst erneuernden Kapitalstock: Rückzahlungen fließen wieder in neue Investitionen.“ Dadurch ist der Fonds unabhängig von jährlichen Budgetmitteln des Landeshaushaltes und konnte sich über Jahrzehnte zu einer finanziell starken und eigenständigen Institution entwickeln.
„Der Landeskulturfonds ist seit 75 Jahren ein verlässlicher Partner für unsere Bäuerinnen und Bauern und bereits seit einiger Zeit auch ein wesentliches Instrument für die Entwicklung des ländlichen Raums in Tirol. Er verbindet Tradition mit Zukunft und steht für nachhaltige Finanzierung im Sinne der Betriebe und Gemeinden“, betont LHStv Josef Geisler, Vorsitzender des Kuratoriums des Landeskulturfonds. Seit Bestehen des LKFs konnten bereits mehr als 26.000 Kredite vergeben werden, um wichtige Investitionen zur Weiterentwicklung der Landwirtschaft zu ermöglichen – wobei die Darlehenssummen je Projekt vor allem in den vergangenen Jahren merklich gestiegen sind.
Aber auch die Gemeinden profitieren stark vom LKF. Seit 1958 wurden über den Wasserleitungsfonds mehr als 5.000 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 200 Millionen Euro abgewickelt. In Summe wurde so bereits knapp eine Milliarde Euro als Darlehen bereitgestellt.
Komplexe Investitionen
Die Entwicklung der Kreditvergabe des LKF spiegelt den Strukturwandel in der Tiroler Landwirtschaft deutlich wider: Während die Zahl der finanzierten Projekte über die Jahrzehnte zurückgeht, steigen die durchschnittlichen Darlehenssummen kontinuierlich an: In den Anfangsjahrzehnten wurden noch rund 300 bis 600 Kredite pro Jahr vergeben, mit durchschnittlichen Darlehenssummen von etwa 7.000 Euro. Die 1970er-Jahre stellten mit bis zu 700 Krediten pro Jahr und durchschnittlich rund 16.000 Euro die Blütezeit dar. Heute liegt die Zahl der Finanzierungen bei rund 150 Krediten pro Jahr, bei gleichzeitig deutlich höheren durchschnittlichen Darlehenssummen von rund 100.000 Euro. Befeuert wird diese Entwicklung durch steigende Baukosten, unter anderem bedingt durch höhere Anforderungen an Tierwohl, Umwelt und Klimaschutz. Hinzu kommt ein struktureller Wandel, hin zu größeren Betrieben, womit auch entsprechende Investitionssummen verbunden sind. Der LKF begleitet landwirtschaftliche Betriebe jedoch nicht nur bei der Modernisierung ihrer Höfe, bei Stallbauten sowie bei neuen Betriebszweigen, sondern trägt gleichzeitig zur Verbesserung der Agrarstruktur bei, etwa durch Grundankäufe oder Flurbereinigungen. LK-Präsident Josef Hechenberger fasst zusammen: „Der Landeskulturfonds bleibt eine unverzichtbare Stütze bei der Finanzierung betrieblicher Projekte. Mit seinen verhältnismäßig günstigen Darlehen wird er auch in Zukunft eine wesentliche Rolle beim Erhalt der Tiroler Landwirtschaft und des ländlichen Raumes spielen.“